Gesunde Ernährung

Eine dem Diabetes angepasste Ernährung ist die Grundlage einer modernen Diabetesbehandlung. Und sie bedeutet keinesfalls einen Verzicht auf kulinarischen Genuss. Die Zeiten der strengen Diäten sind vorbei! Heute erstellt man persönlich abgestimmte Mahlzeitenpläne in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt oder mit einer/einem Diabetologen/-in. Und weil die Ernährungsumstellung so gesund ist, kann gleich die ganze Familie mitmachen!
Übergewicht ist ein weitverbreitetes Problem in unserer Gesellschaft – ein Problem, das bei Weitem nicht nur Diabetesbetroffene betrifft. Zuviel Fett in der Nahrung soll deshalb unbedingt gemieden werden. Bei Gemüse, Salat, Kartoffeln, Vollkornprodukten und frischem Obst darf man ruhig grosszügig sein.
Zucker ist unser Treibstoff
Die meisten Nahrungsmittel werden zu Zucker oder Blutzucker verwandelt, bevor sie den Blutkreislauf erreichen. Insulin ermöglicht dem Blutzucker (wie bei einem Schlüssel), vom Blutkreislauf in die Körperzellen zu gelangen, wo er in Energie umgewandelt wird. Insulin entriegelt die Zellen und lässt Zucker (den Treibstoff der Muskeln) hinein.
Mit anderen Worten: Beim Essen "tanken" wir sozusagen Treibstoff auf, was zum Anstieg des Blutzuckerspiegels führt. Diabetesbetroffene geben Insulin von aussen zu, um den Blutzucker aus dem Blutkreislauf in die Zellen, wo er dann verwendet werden kann, zu bringen. Der Zeitpunkt und die Menge des Insulins haben sich nach dem Zeitpunkt, der Art und der Menge des Essens, das man einnimmt, zu richten.
Glykämischer Index

Studien zeigen, dass es bei der Betrachtung der Auswirkungen von Kohlenhydraten auf den Blutzucker nicht nur wichtig ist, wie viel Sie davon essen, sondern auch aus welcher Quelle es stammt.1 Einige Nahrungsmittel verursachen einen schnellen Anstieg des Blutzuckers nach einer Mahlzeit, während andere einen langsameren Anstieg und eine gleichmässigere Abnahme verursachen. Die Messung, wie schnell ein Nahrungsmittel einen Anstieg des Blutzuckers verursacht, wird GI genannt, der Glykämische Index.
Was ein Glykämischer Index (GI) bedeutet
Kohlenhydratreiche Lebensmittel rangieren auf einer Skala von 1 bis 100, wobei 100 den Effekt von reinem Zucker im Körper darstellt. Je niedriger der GI eines Nahrungsmittels, desto niedriger ist sein Höhepunkt. Die Art, wie die Nahrung zubereitet wird (z. B. braten oder backen), kann ebenso den GI-Wert des Nahrungsmittels beeinflussen. Der GI teilt Nahrungsmittel in drei Stufen ein:2
- Niedrig: kleiner als 55
- Zwischenwert: zwischen 55 und 70
- Hoch: grösser als 70
Einige Nahrungsmittel mit niedrigem GI-Wert sind:
- Vollkornbrote und Getreide
- Naturreis
- Getrocknete Bohnen und Linsen
- Haferflocken
- Süsskartoffeln
- Milchprodukte
- Äpfel und Orangen
Fleischsorten und Fette besitzen wenig Kohlenhydrate und haben keine GI-Einordnung.
Kombiniert mit einer Zählung der Kohlenhydrate kann das Beobachten der GI-Werte u. U. dabei helfen, Ihre Blutzuckerwerte während des Tages zu stabilisieren. Die einfache Regel lautet hier: je höher der GI, desto kleiner die erlaubte Portion. Umgekehrt können Sie grössere Mengen von Nahrungsmitteln mit niedrigem GI-Wert essen, ohne Ihren Blutzucker zu überladen.
Nehmen Sie öfter Nahrungsmittel aus der Kategorie der niedrigen GI-Werte zu sich und beobachten Sie, ob dadurch das Einhalten eines normalen Blutzuckerspiegels einfacher wird.
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